Dr. Andre Baumann MdL und Yannick Veits führten die Exkursion durch den Hardtwald an.


Dr. Andre Baumann MdL und Yannick
Veits informierten bei einer Wanderung mit Bürgerinnen und Bürgern über Zustand und Zukunft des Waldes

Die Folgen des menschengemachten Klimawandels sind längst spürbar – auch in den Wahlkreisen Schwetzingen und Wiesloch. Wie stark insbesondere der Schwetzinger Hardtwald betroffen ist, erläuterten Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneter der Grünen, und Yannick Veits, Grünen-Direktkandidat im Wahlkreis Wiesloch für die Landtagswahl 2026 und Gemeinderat in Nußloch, bei einer gemeinsamen Exkursion durch das Waldgebiet.

Hardtwald unter enormem Stress

Die Wanderung führte die rund 20 Teilnehmenden durch die Schwetzinger Hardt. Obwohl nur ein Teilabschnitt an diesem Tag besichtigt werden konnte, zeigten sich die Vielfalt und die Verletzlichkeit dieses wertvollen Gebietes. Die Exkursionsgruppe durchwanderte Waldbereiche, in denen gebietsweise Buchen oder Kiefern abgestorben oder schwer krank sind. Viele der Teilnehmenden konnten sich daran erinnern, wie dicht bewachsen der Wald noch vor ein paar Jahren war.

Baumann und Veits führten die Gruppe unter anderem auf den Saupferchbuckel.

„Der Schwetzinger Hardtwald gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Wäldern des Landes“, erklärte Baumann. „Vor allem Kiefern und Buchen leiden auf den trockenen Dünenstandorten massiv unter Hitze und Trockenheit. Sie sterben hier manchmal flächig ab und Kermesbeeren übernehmen die Herrschaft in der Vegetation“, so der promovierte Biologe. Yannick Veits bestätigte diese Beobachtung. „Ob hier im Hardtwald oder in den Ausläufern des kleinen Odenwalds – überall in unseren Wahlkreisen sehen wir, wie der Klimawandel unsere Wälder unter Druck setzt“, betonte Veits.

Andre Baumann ist mit dem Hardtwald und seiner Geschichte bestens vertraut. Seit den 1990er-Jahren engagiert er sich für den Hardtwald – als Vorsitzender des NABU, als Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium, als Landtagsabgeordneter und immer auch als Naturschützer. Und Baumann macht sich Sorgen: „Die Klimafolgen in unserem Hardtwald kommen nicht schleichend, sondern gehen schnellen Schrittes voran“.

Dr. Andre Baumann und Yannick Veits im Gespräch über den Hardtwald.

Auch deswegen wurde die Schwetzinger Hardt bereits 2013 als regionales Waldschutzgebiet ausgewiesen – das größte seit dem Nationalpark Schwarzwald. Das verpflichte dazu, den Wald zu erhalten, der als grüne Lunge und Hitzeschutz für die umliegenden Gemeinden unentbehrlich sei. Dazu müsse man die bestehenden Schutzmaßnahmen ausweiten und beschleunigen. Und dazu gehört aus Sicht Baumanns auch ein konsequentes Neophyten-Management sowie die Auswahl standortgerechter Baumarten.

Dabei setze man auf Baumartenvielfalt, weil auch der Hardtwald selbst vielfältig sei: Manche Waldstandorte hätten eine bessere Wasserversorgung, manche seien sehr trocken. An der einen Stelle herrschten optimale Bedingungen für Buchen, an einer einer Stelle eher für Eichen. Extremstandorte sind die sandigen Binnendünen, wie zum Beispiel der Saupferchbuckel, dessen Name vom früheren Viehtrieb stammt. Schweine und andere Haustiere wurden in den Wald zum Füttern getrieben und hielten die Landschaft offen und karg. Im Gegenzug haben dort einzigartige Tier- und Pflanzenarten ihr Zuhause gefunden. „Auch solche spannenden Flächen gehören zu unserem Hardtwald dazu“, erklärte Baumann und Veits stimmt ihm mit Blick auf die naturschutzfachlich wertvollen Sandhäuser Dünen in seinem Wahlkreis zu. Wichtig sei der Erhalt und die Pflege der Binnendünen, aber eben auch eine umfangreiche Aufforstung durch geeignete Baumarten.

Veits und Baumann im Gespräch über den Zustand des Waldes.

Dringender Handlungsbedarf im größten regionalen Waldschutzgebiet

Dass dringender Handlungsbedarf besteht, war allen klar, die an diesem Nachmittag an der Wanderung teilnahmen. In einem Schlusswort plädierten Veits und Baumann dafür, den Forstbetrieb in der Schwetzinger Hardt personell wie finanziell so zu stärken, dass der Wald an den Klimawandel angepasst und die wertvolle Dünennatur erhalten und gefördert werden kann. „Wenn irgendwo ein Leuchtturmprojekt zur Klimawandelanpassung und zum Naturschutz im Staatswald sinnvoll ist, dann ist es hier in der Schwetzinger Hardt“, erklärte Baumann. Und Veits stimmte ihm zu: „Der Wald ist in einer Krise – und wir müssen jetzt mutig, gemeinsam und strategisch handeln, um ihn zu erhalten. Es ist zwingend notwendig, dass wir nicht nur den Hardtwald, sondern all unsere Wälder vor der größten aller Gefahren schützen: Der menschengemachten Klimakrise! Dies kann nur durch konsequenten Klimaschutz geschehen!“

Auch Binnendünen sind Teil des Hardtwalds.