Am heutigen Montag stellte die Bahn ihre Antragsvariante für die neue Gütertrasse Mannheim-Karlsruhe vor. Nach den Plänen der Bahn soll die Trasse von Mannheim-Friedrichsfeld kommend über die existierende Bahnstrecke Richtung Schwetzingen geführt werden. Bei Schwetzingen soll sie dann durch eine unterirdische Verschwenkung zur bestehenden Schneltrasse entlang der A6 gebündelt werden, wo sie dann ab Ketsch oberirdisch über den Hockenheimer Bahnhof und Neulussheim weiter Richtung Karlsruhe führt. Die Landtagsabgeordneten im Wahlkreis Schwetzingen Dr. Andre Baumann (Grüne) und Andreas Sturm (CDU) erklären dazu:
„Die Verbindung von Mannheim nach Karlsruhe ist ein Teil der länderübergreifenden Gütertrasse zwischen Genua und Rotterdam. Den Ausbau dieser wichtigen Trasse begrüße ist“, so Baumann. Der Ausbau des europäischen Güterverkehrs sei laut Baumann ein aus verkehrs- und klimapolitischer Sicht wichtiges Projekt, das vorangetrieben werden müsse. „Die Trassenführung muss jedoch so gestaltet sein, dass in unserer dicht besiedelten Region möglichst wenig Flächen zerschnitten werden. Außerdem müssen die Eingriffe in die Landschaft so gering wie möglich gehalten werden“, so Andre Baumann. Eine Zerschneidung der Landschaft, etwa zwischen Eppelheim und Plankstadt hatten wir von Anfang an abgelehnt. „Wir sind in unserem Wahlkreis von Bahntrassen und Autobahnen umgeben. Darum erwarten wir von der Bahn ebenfalls geeignete Maßnahmen, um die Menschen vor zusätzlichem Lärm zu schützen“.
Die nun vorgestellte Trassenvariante ist das Ergebnis langer Verhandlungen und vieler Abwägungsschritte. „Grundsätzlich begrüße ich die Bündelung der neuen Trasse entlang der A6 und der bestehenden Schnelltrasse sehr“, erklärt Baumann. Die Untertunnelung der Schwetzinger Nordstadt lehnt er jedoch ab. „Wir stehen hier an der Seite der Stadt Schwetzingen, die nicht über alle Maßen vom Trassenbau belastet sein darf, wenn es andere Optionen gibt“, so Baumann. Eine gangbare Option sehen beide in einem Tunnel im Norden von Schwetzingen-Hirschacker außerhalb der Wohnbebauung. „Hier erwarten wir, dass nachgebessert wird, um die Eingriffe in städtische Strukturen so gering wie möglich zu halten“, so Baumann. Grundsätzlich sei er aber mit dem weiteren Verlauf der Trasse durch den Wahlkreis zufrieden, auch weil die Bündelung entlang vorhandener Infrastruktur sinnvoll sei. Der Lärmschutz für Hockenheim und Neulußheim müsse jedoch in diesem Zuge besser ausgebaut werden.
Zum Lärmschutz äußert sich auch der Abgeordnete Andreas Sturm: „Seit den 1980er Jahren warten die Anwohnergemeinden vergeblich auf zugesagte Lärmschutzmaßnahmen. Dieses gebrochene Versprechen hat das Vertrauen nachhaltig beschädigt. Bevor wir über neue Projekte sprechen, braucht es verbindliche, rechtlich abgesicherte Zusagen für wirksamen Lärmschutz – nicht nur auf dem Papier, sondern mit klaren Umsetzungsfristen und Sanktionsmöglichkeiten. Das sind wir den Bürgerinnen und Bürgern in Schwetzingen, Oftersheim, Hockenheim und Neulußheim schuldig. Diese Bedingungen müssen jetzt endlich erfüllt werden.“
Hintergrund:
Die Schienenverbindung Genua-Rotterdam ist essentiell für den Gütertransport in Europa. Als Teil dieser Verbindung gilt das Schienennetz zwischen Mannheim und Karlsruhe zu den wichtigsten Bahnverbindungen Europas.
Zusammen mit den Rathauschefs und Mandatsträgern der Region hat sich Baumann mit den übrigen Abgeordneten bereits am Anfang des Planungsprozesses zusammengeschlossen, um mögliche Auswirkungen auf die Region so verträglich wie möglich zu gestalten. In einem offenen Brief wandten sich die gewählten Vertreter im Wahlkreis Schwetzingen im Jahr 2022 an die Bahn. Darin forderten sie unter anderem, dass „durch den Trassenbau so wenig Flächen wie möglich zusätzlich in Anspruch genommen werden. Zusätzlicher Lärm solle durch eine sinnvolle Trassenführung und Lärmschutzmaßnahmen vermieden werden. Ebenso sollen die gewachsenen Strukturen der Gemeinden durch die Trasse nicht durchschnitten werden, Auswirkungen der Gütertrasse für Menschen und Natur müssen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Zudem müsse das Projekt unter enger und transparenter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Bürgerinitiativen geplant und ausgeführt werden“. (Den Brief finden Sie im Anhang – die Pressemitteilung dazu unter: ahnhttps://andrebaumann.de/2022/gemeinsam-eine-gute-loesung-fuer-mensch-und-natur-finden/).