Dr. Andre Baumann MdL zu Besuch bei den Musikschulen Hockenheim und Schwetzingen

„Öffentliche Musikschulen sind ein zentraler Baustein unserer kulturellen Bildung“, stellte Dr. Andre Baumann fest. Der Landtagsabgeordnete der Grünen besuchte im Rahmen der landesweiten Gesprächsreihe der öffentlichen Musikschulen Baden-Württembergs die Musikschulen Hockenheim und Schwetzingen in seinem Wahlkreis. Mit den Leitern Stephan Udri (Hockenheim) und Philipp Wolfart (Schwetzingen) tauschte sich Baumann über die pädagogische Arbeit, aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen der Einrichtungen aus.

Das Gebäude in der Arndstraße in Hockenheim wurde Anfang 2024 von der Musikschule Hockenheim bezogen. „Hier haben wir moderne, zentral gelegene Räumlichkeiten, die uns neue Möglichkeiten bieten“, berichtete Udri. Neben Unterricht und Ensemblearbeit werde auch musikalische Früherziehung über die Sprachförderprogramme (SBS) in Kindergärten bis hin zur Musikwerkstatt in Grundschulen angeboten. Mit über das Jahr gesehen rund 1.200 aktiven Kindern und Jugendlichen in Hockenheim sowie etwa 2.000 in Schwetzingen setzen sich die Musikschulen konsequent für soziale Durchmischung und gleichberechtigte Teilhabe ein und das unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. „Angebote in Kindergärten und Grundschulen sowie offene Veranstaltungen sind entscheidend, um alle Kinder unabhängig von familiären oder sozialen Hintergründen zu erreichen“, so Wolfart. Baumann zeigte sich begeistert: „Wenn Musikschulen Vielfalt abbilden und Kinder früh erreichen und fördern, hat das eine enorme Wirkung, musikalisch, sprachlich und sozial.“

Landesförderung gesichert, doch Herausforderungen bleiben

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die finanzielle Lage der öffentlichen Musikschulen. Neben den Mitgliedsbeiträgen und der Finanzierung durch die Mitgliedskommunen werden sie auch durch Landesmittel unterstützt. Baumann bestätigte, dass die Landesförderung in Höhe von 12,5 Prozent weiterhin gesichert und in der mittelfristigen Finanzplanung festgeschrieben ist, was angesichts der angespannten Haushaltslage keine Selbstverständlichkeit gewesen sei: „Wir leben in Baden-Württemberg eine verlässliche Politik. Daher ist es wichtig, dass die Musikschulen Planungssicherheit behalten, denn sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu unserer kulturellen Bildung.“ Hintergrund ist, dass das Jugendbildungsgesetz eine Mindestförderung von zehn Prozent vorsieht. Die darüberhinausgehenden 12,5 Prozent waren zuletzt Gegenstand intensiver Diskussionen.

Doch gerade diese Landesförderung ist wichtig für die Musikschulen, da diese insbesondere durch das sogenannte Herrenberger Urteil vor der Herausforderung stehen, bisherige Honorarlehrkräfte in Festanstellungen zu überführen. Dies führt zu Mehrkosten und belastet die kommunalen Haushalte. Die Kommunen tragen bereits einen sehr hohen Anteil an den Gesamtkosten. Steigende Gebühren können darauf nicht die einzige Antwort sein. Baumann betonte: „Die Kommunen leisten enorm viel. Ohne sie könnte keine öffentliche Musikschule bestehen. Deshalb ist es wichtig, dass Land und Kommunen hier gemeinsam Verantwortung tragen.“

Gerade vor diesem Hintergrund unterstrich Baumann die grundlegende Bedeutung der Musikschulen für das Kulturland Baden-Württemberg. „Unsere Musikschulen sind Herzstücke unseres Kultur- und Bildungslands, denn sie prägen Kinder und Jugendliche weit über den Unterricht hinaus“, betonte er. Baumann dankte den Leitern und dem gesamten Kollegium für ihr außergewöhnliches Engagement. „Hier erlebt man einen eigenen kleinen Kosmos voller Musik, Engagement und Leidenschaft“, so der Abgeordnete.