(von links) Dr. Susanne Hierschbiel und Dr. Andre Baumann MdL haben Anja Hecker und Barbara Schwalbe in der Katzenstation des Tierschutzvereins Schwetzingen & Umgebung besucht.

Grüne: Dr. Andre Baumann MdL und Dr. Susanne Hierschbiel haben erneut die Katzenstation des Tierschutzvereins Schwetzingen & Umgebung besucht

„Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich die Ehrenamtlichen des Tierschutzvereins hier so rührend um die Tiere in Not kümmern“, sagte der Landtagsabgeordnete der Grünen Dr. Andre Baumann. Gemeinsam mit Dr. Susanne Hierschbiel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Schwetzinger Gemeinderat, war er – wie schon einige Male zuvor – zu Besuch in der Katzenstation des Tierschutzvereins Schwetzingen & Umgebung. Empfangen wurde er von der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Anja Hecker und der Leiterin der Katzenstation Barbara Schwalbe – und natürlich von zahlreichen Katzen, alten wie ganz jungen. „Aktuell haben wir zwei ,Mamas‘ hier mit jeweils vier Jungen“, berichtete Schwalbe.

Die einjährige Katze Sweetie, weiß mit braun-schwarzen Flecken, säugt ihre vier Wochen alten Jungen selbst. Als der Besuch ins Zimmer von ihr und ihrem Nachwuchs kam, war sie zwar zugewandt, achtete aber genau darauf, was ihre Jungen gerade machen. „Sie ist eine gute Mutter“, sagte Schwalbe. „Das ist ja ein besonders hübscher Wurf“, freute sich Tierärztin Hierschbiel. „Alles ist dabei, da könnte ich mich gar nicht entscheiden.“ Mit „alles“ meinte sie die Fellfarben der Kleinen: Ein Kätzchen ist schwarz-weiß, eins braun-weiß, eins grau-getigert und eins braun-getigert. „Die Kleinen sind auch sehr gut sozialisiert und zutraulich“, schwärmte Hierschbiel.

Dr. Andre Baumann MdL hat in der Katzenstation Schwetzingen zwei junge Kätzchen gefüttert, deren Mutter sie nicht säugen kann.
 

Frühestens ab der zwölften Lebenswoche würden die Kätzchen in ein neues Zuhause vermittelt, „aber nur zu zweit“, erklärte Schwalbe, „sie sollen nicht ganz getrennt werden“. Generell klappe es zurzeit allerdings ausgesprochen schlecht, Tiere an neue Besitzer zu vermitteln, bedauerte sie. „Vielen ist es zu teuer, ein Haustier zu halten“, vermutete sie. „Und aktuell werden auch sehr viele Tiere abgegeben, oftmals aus finanziellen Gründen, wegen Allergien oder wegen eines Umzugs. Wir bekommen jeden Tag Anfragen, aber momentan sind wir voll; wir können keine Tiere mehr aufnehmen.“

Katzenhalterinnen und -halter sollten ihre Tiere kastrieren lassen

Aktuell beherberge der Verein circa 15 Katzen in der Katzenstation, erzählte Hecker. Zudem würden fünf Hunde sowie 24 Kaninchen auf privaten, ehrenamtlichen Pflegestellen versorgt. „Wir suchen dringend weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in allen Bereichen“, so Hecker weiter. Seit April bekämen die Katzen auch täglich Besuch von ehrenamtlichen Streichlerinnen: „Die Helferinnen haben jeweils feste Tage, sodass jeden Tag jemand da ist und die Tiere ein bis zwei Stunden streichelt“, freute sich Schwalbe. Das bewirke sehr viel, zum Beispiel bei einem älteren Katzenpärchen im Nachbarraum. Schwalbe: „Die beiden waren freilebende Katzen und wurden auch draußen geboren. Sie sind schon seit Jahren bei uns und immer noch recht scheu. Aber seit die Streichlerinnen regelmäßig kommen, sind die Tiere viel zutraulicher geworden.“

Auch Dr. Susanne Hierschbiel half beim Füttern der
Kätzchen in der Katzenstation Schwetzingen.

Seit Jahrzehnten kümmert sich der Tierschutzverein auch um freilebende Katzen, von denen es Millionen in Deutschland gibt. Aktuell betreue sie drei Futterstellen in Hockenheim und Reilingen, erzählte Hecker. Kranke Tiere würden behandelt, alle Katzen seien kastriert. Zutrauliche würden in der Katzenstation aufgenommen und gegebenenfalls vermittelt, doch die meisten seien verwildert. Hecker: „Durch unsere Arbeit können wir die Population an freilebenden Katzen etwas eindämmen. Diese Tiere haben kein schönes Leben, sind oft krank und sterben jung.“ Ein noch wirksameres Mittel sei es jedoch, wenn jede Gemeinde eine Kastrationspflicht einführen würde. Bis dahin appelliert der Verein an alle Katzenhalterinnen und -halter, ihre Tiere freiwillig kastrieren zu lassen. „Jeder unkastrierter Freigänger kann für mehr Nachwuchs bei den freilebenden Katzen sorgen und dadurch für mehr Tierleid“, so Hecker. Hierschbiel und Baumann sagten zu, eine Kastrationspflicht in den politischen Gremien weiterhin zu unterstützen. „Wir Grüne setzen uns für eine landesweite Verordnung zur Kastration von Katzen ein. Das würde Tierleid bei Streunerkatzen reduzieren und Feldvögel schützen. Leider steht das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart auf der Bremse.“

Beim Rundgang durch die Katzenstation ging es nun weiter ins Zimmer von Katzenmama Sunny und ihren Jungen: Zwei von ihnen sind rot-getigert wie die Mutter, zwei sind komplett weiß. Sie sind ebenfalls fünf Wochen alt, „eine Handvoll Katze“, wie Baumann entzückt sagte. „Die Mutter stammt leider aus einer schlechten Haltung, war sehr oft schwanger“, sagte Schwalbe. Vermutlich hätten die früheren Besitzer Geld mit dem Verkauf der Kätzchen machen wollen, vermutete sie. Eine Folge der schlechten Haltung: Sunny hat nicht genug Milch, um ihren aktuellen Wurf alleine zu säugen. Deshalb füttern die ehrenamtlichen Tierschützer sie mit Milchfläschchen per Hand zu. Heute übernehmen Baumann und Hierschbiel die Fütterung. „Ich finde, Katzen machen glücklich“, sagte Baumann, während er die beiden Kätzchen auf seinem Schoss fütterte. „Ich empfehle jedem, der sich ein Haustier anschaffen möchte, sich beim Tierschutzverein Schwetzingen umzusehen“, so Baumann weiter. „Hier gibt es tolle Tiere, die ein gutes Zuhause verdient haben, und man wird auch von den Aktiven des Tierschutzvereins hervorragend beraten.“

Info:

Der Tierschutzverein Schwetzingen & Umgebung sucht dringend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Auch Geldspenden helfen weiter, und es gibt eine Amazon-Wunschliste: Wer möchte, kann so einem Tier direkt online ein Geschenk zukommen lassen. Mehr Infos und Beschreibungen der zu vermittelnden Tiere gibt es unter: www.tierschutzverein-schwetzingen.de.