Andrea Lindlohr trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Brühl ein
Andrea Lindlohr trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Brühl ein (v.l.n.r.: Andreas Willemsen, Jens Gredel, Dr. Andre Baumann, Ulrike Grüning, Andrea Lindlohr, Peter Frank, Bernd Kieser, Jochen Ungerer)

Dr. Andre Baumann MdL und Staatssekretärin Andrea Lindlohr MdL zu Besuch in Brühl – Das Land unterstützt die Gemeinde Brühl beim sozialen Wohnungsbau

„Auch in unserer Region steigen die Mietpreise Jahr für Jahr. Für viele Menschen ist das ein großes Problem“, stellte Dr. Andre Baumann fest. Der Landtagsabgeordnete der Grünen hat unter anderem zu diesem Thema Andrea Lindlohr, Staatssekretärin im Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, eingeladen. Gemeinsam haben sie sich ausführlich anhand aktueller Projekte im Wahlkreis Schwetzingen mit bezahlbarem Bauen und Wohnen befasst. „Gerade in wohlhabenden Regionen ist Wohnraum knapp. Deshalb müssen wir in ganz Baden-Württemberg dafür sorgen, dass Wohnen bezahlbar bleibt. Schließlich braucht jeder ein Zuhause“, so Lindlohr.

Vorbildliches kommunales Bauprojekt

In der Albert-Einstein-Straße in Brühl warteten bereits Professor Günter Pfeifer und Lisa Barucco darauf, das von ihrem Architekturbüro geplante Gemeindewohnhaus vorzustellen. Architekt Günter Pfeifer lobte vor allem die Lage des Hauses, denn das Grundstück liege mitten im Quartier und sei sehr gut für die Entwicklung des Projekts geeignet. Das Architektenduo hat die Vorgaben der Gemeinde vorbildlich umgesetzt, wie man schon an der offenen Tiefgarage sehen konnte. „Die Tiefgarage ist immer offen und belüftet. Das spart Kosten, weil keine mechanische Lüftung notwendig ist“, erklärte Pfeifer.

Besuch auf der Baustelle des Gemeindewohnhauses in Brühl (v.l.n.r.: Architekt Prof. Günter Pfeifer, Jens Gredel, Urike Grüning, Lisa Barucco, Peter Frank, Dr. Ralf Göck, Andrea Lindlohr, Susanne Hierschbiel, Dr. Andre Baumann)
Besuch auf der Baustelle des Gemeindewohnhauses in Brühl (v.l.n.r.: Architekt Prof. Günter Pfeifer, Jens Gredel, Urike Grüning, Lisa Barucco, Peter Frank, Dr. Ralf Göck, Andrea Lindlohr, Susanne Hierschbiel, Dr. Andre Baumann)

„Hier entstehen zwölf Wohneinheiten für Menschen mit Wohnberechtigungsschein“, erklärte Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der Lindlohr und Baumann, sowie die Brühler Gemeinderatsmitglieder Ulrike Grüning und Peter Frank von der Grünen Liste Brühl vor Ort begrüßte und sich sichtlich über das Interesse am Engagement der Gemeinde freute. Andre Baumann bedankte sich für die Möglichkeit der Besichtigung und nutzte diese Gelegenheit, um nochmals seinen Dank an die Gemeinde und den Gemeinderat auszusprechen: „Danke an alle, die dieses Projekt ermöglicht haben. Hohe Mieten sind sozialer Sprengstoff und darum ist es wirklich toll, was Sie hier entstehen lassen“, so Baumann.  

Auch Andrea Lindlohr wies auf die soziale Dimension des Wohnhauses hin. „Das Engagement der Gemeinde Brühl ist weit  bemerkenswert“, erklärte die Staatssekretärin. Die Gemeinde hat eine Absenkung der Mieten um 40 Prozent der vergleichbaren Ortsmiete für 30 Jahre beschlossen. „Nur wenige Gemeinden sind so aktiv bei der Wohnraumversorgung ihrer Bürgerinnen und dafür verdient Brühl höchste Anerkennung“, so Lindlohr, die sich freute, dass die Landesförderung von 1,2 Millionen Euro in dieser Hinsicht gut angelegtes Geld sei. „Bei Projekten dieser Größe stellt sich die Frage, ob man sich hier überhaupt engagieren soll und ob man es als Gemeinde auch selbst tun soll. Dass eine Gemeinde dies selbst umsetzt, ist eher ungewöhnlich.“

„Vielen Dank zurück, die Förderung kommt an“, antwortete Göck auf das Lob von Lindlohr und Baumann. Der Bürgermeister erklärte, warum das Projekt für Ihn alternativlos sei. „Wir setzen auf eine große Auswahl an Wohnraum in ganz unterschiedlicher Größe und zu unterschiedlichen Kosten. Wir haben selbst und zusammen mit privaten Partnern viel Wohnraum geschaffen. Aber trotz des wachsenden Angebots sind die Mieten konstant geblieben oder sogar gestiegen.“  So habe sich die Gemeinde entschlossen, das Wohnhaus mit Hilfe der Landesförderung selbst zu entwickeln, damit günstiger geförderter Wohnraum entsteht.

Das hat sich gelohnt, wie alle Teilnehmenden nach dem Rundgang durch den Rohbau bestätigten. Das Haus ist modern und die großen Fensterfronten sorgen bereits jetzt für eine helle und freundliche Wohlfühlatmosphäre. Zudem sind alle Wohnungen barrierefrei angelegt; die unteren vier Wohneinheiten sind sogar auf die Belange von Menschen mit Rollstühlen ausgelegt. Der damit verbundene erhöhte Platzbedarf wird ebenfalls vom Land mitgefördert.

Auch ökologisch kann sich das neue Wohnhaus sehen lassen. Das Haus erfüllt den KfW-55-Standard und hält damit die Nebenkosten gering. So ist das neue Wohnhaus der Gemeinde Brühl im wahrsten Sinne ein Rollenmodell für nachhaltiges und bezahlbares Bauen und Wohnen – dank des Engagements der Gemeinde, der Unterstützung des Landes und cleverer Ideen in der Umsetzung der ursprünglichen Idee.

Bereits vor dem Termin besuchten Lindlohr und Baumann das Brühler Rathaus, wo sich ebenfalls alles ums Bauen und Wohnen in Brühl drehte und sich beide in das Goldene Buch der Gemeinde eintrugen.

Austausch im Rathaus

Brühls Bürgermeisterstellvertreter Bernd Kieser begrüßte Baumann und Lindlohr im Ratssaal und stellte kurz laufende und kürzlich abgeschlossene Bauprojekten in der Gemeinde vor. „Die Gemeinde Brühl achtet seit Jahren bereits darauf, dass es vielfältige Wohnangebote für Menschen mit unterschiedlichen Bedarfen gibt“, berichtete Kieser. Nicht alle Bauprojekte können von den Städten und Gemeinden selbst realisiert werden. „Darum sind wir auch immer auf die Kooperation mit privaten Anbietern angewiesen“, so der Bürgermeisterstellvertreter. Auch die Baukosten würden immer weiter steigen und damit auch die Mieten.

„Wir leben in teuren Zeiten“, bestätigte Lindlohr. Und darum seien die Förderungen des Landes massiv erhöht worden. Besonders stolz ist die Staatssekretärin auf die aktuellen Förderungen für kommunalen Wohnraum: „Noch nie gab es so viel Geld zur Wohnraumförderung in Baden-Württemberg wie jetzt. 760 Millionen Euro allein, um den Städten und Gemeinden zu ermöglichen, günstigen Wohnraum anzubieten“, erklärte sie.

Andre Baumann dankte den Gemeinden für ihren Einsatz beim Bauen und Wohnen. „Zusätzlich haben wir viele andere Förderprogramme für die Kommunen auf den Weg gebracht, zum Beispiel zur Umstellung der Schulen auf den Ganztagsbetrieb. Aber auch im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes und für den Klimaschutz gibt es sehr viel Geld vom Land“, so Baumann. Auch bei diesem Termin wurde klar, dass nachhaltiges Bauen und Wohnen gemeinsam besser gelingt.