Austausch mit der Agentur für Arbeit. Dr. Andre Baumann und Klaus Pawlowski
Austausch mit der Agentur für Arbeit. Dr. Andre Baumann und Klaus Pawlowski

Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Dr. Andre Baumann, im Gespräch mit Klaus Pawlowski von der Agentur für Arbeit Heidelberg

Der Arbeitsmarkt in der Region Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis steht trotz wirtschaftlicher Veränderungen weiterhin gut da. Darüber informierte sich Dr. Andre Baumann, der Landtagsabgeordnete der Grünen, bei einem Gespräch mit Klaus Pawlowski, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis.

„Noch nie war die Beschäftigungsquote höher“, erklärte Pawlowski. Gleichzeitig befinde sich der Arbeitsmarkt in einem grundlegenden Wandel. Während Arbeitsplätze in Teilen der Industrie zurückgingen, steige der Bedarf insbesondere in Erziehungs- und Pflegeberufen, im medizinischen Bereich und im Handwerk. Eine große Herausforderung sei dabei die Transformation der Industrie. Mit der Arbeitsmarktdrehscheibe unterstütze die Agentur für Arbeit Unternehmen und Beschäftigte dabei, frühzeitig neue berufliche Perspektiven zu finden. Ziel sei es, Beschäftigte möglichst direkt in neue Arbeitsverhältnisse zu vermitteln und Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Auch über die Chancen der Energiewende für den Arbeitsmarkt sprach Baumann mit Pawlowski. Im Bereich der erneuerbaren Energien bestehe ein großes Potenzial und eine hohe Nachfrage nach Fachkräften. Perspektiven gebe es auch für Helfertätigkeiten, etwa bei der Montage von Wärmepumpen. Pawlowski könne sich vorstellen, dass hierfür künftig zusätzliche Ausbildungsangebote entstehen.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Fachkräftesicherung. Gerade bei spezialisierten Berufen sei die Region auch auf den Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen. Zugleich zeigten die Erfahrungen der Agentur, dass die Arbeitsmarktintegration der Zugewanderten gut gelinge. Intensiv beschäftigt sich die Agentur außerdem mit dem Übergang von der Schule in den Beruf. Gemeinsam mit Partnern vor Ort sollen durch die Jugendberufsagentur junge Menschen frühzeitig und individuell begleitet werden. „Kein junger Mensch darf beim Übergang von der Schule in den Beruf verloren gehen“, darin waren sich Baumann und Pawlowski einig.

Auch die Digitalisierung der Verwaltung war Gegenstand des Gesprächs. Pawlowski machte deutlich, dass Mitarbeitende möglichst mehr Zeit für die Beratung von Kundinnen und Kunden und weniger für Verwaltungsaufgaben aufwenden sollten. Baumann zeigte Verständnis für diese Herausforderung und verwies auf die notwendige Entbürokratisierung: „Verwaltung muss dort einfacher werden, wo Bürokratie Menschen und Unternehmen unnötig Zeit kostet.“