Dr. Andre Baumann MdL diskutiert mit Neuntklässlern des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums Hockenheim über Politik, Klima und Zukunft
Wie entstehen politische Entscheidungen? Was macht eigentlich ein Staatssekretär? Und welche Möglichkeiten haben junge Menschen, die Zukunft Baden-Württembergs mitzugestalten? Über diese und viele weitere Fragen diskutierte der Landtagsabgeordnete der Grünen, Dr. Andre Baumann, mit einer 9. Klasse im Gemeinschaftskundeunterricht am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Hockenheim. Die Gemeinschaftskundelehrerin Jana Breiter hatte den Abgeordneten zu dem Besuch in die Schule eingeladen.
Zu Beginn stellte Baumann seinen persönlichen Werdegang vor. Der promovierte Naturschutzbiologe berichtete, wie ihn seine Begeisterung für Natur und Umwelt bereits früh geprägt habe. „Ich wollte schon als kleines Kind Naturforscher werden. Bis heute treibt mich die Begeisterung für Natur und Umwelt an“, berichtete der Abgeordnete. Sein langjähriges Engagement im Naturschutz und beim NABU führte ihn schließlich in die Landespolitik. Seit zehn Jahren ist Baumann Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und vertritt seit 2021 den Wahlkreis Schwetzingen im Landtag von Baden-Württemberg.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Aufgaben der Landespolitik und die Zukunft der Region. Baumann berichtete, dass der Schwetzinger Hardtwald besonders vom Klimawandel betroffen sei. Der Abgeordnete hatte sich vor Jahren bei der Entwicklung des Regionalen Waldschutzgebiets bereits eingebracht. Heute setzt er sich dafür ein, dass der Hardtwald als Modellregion für einen klimaresilienten Waldumbau genutzt und auf den Klimawandel vorbereitet wird.
Baumann teilte mit, dass die Wirtschaftspolitik im Zentrum der Landesregierung stehe. Ziel sei es, Automobil- und Maschinenbauindustrie zu sichern und fördern, und gleichzeitig Zukunftsbranchen auszubauen. „Man kann die Welt schützen, Geld verdienen und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen“, sagte Baumann mit Blick auf die GreenTech-Branche. „Und die GreenTech-Branche in Baden-Württemberg hat die gleiche Bruttowertschöpfung wie der gesamte Automobilsektor.“
Ein weiteres Thema war die Mobilität in der Region. „Ich setze mich dafür ein, dass die Schienenanbindung zwischen Hockenheim, Schwetzingen und Heidelberg besser wird. Eine direkte S-Bahn-Verbindung würde nicht nur den Alltag vieler Pendlerinnen und Pendler erleichtern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so Baumann. Viele Schülerinnen und Schüler stimmten ihm dabei zu.
In der anschließenden Fragerunde nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, zahlreiche Themen anzusprechen. Sie interessierten sich unter anderem für Künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, den Ausbau der Solarenergie, Bildungspolitik sowie den politischen Alltag. Baumann berichtete offen über die Herausforderungen seines Berufs, spontane Terminänderungen und den hohen Zeitaufwand eines Regierungsamtes.
Dabei betonte er auch, wie wichtig Ehrlichkeit in der Politik sei: „Wenn ich etwas nicht weiß, dann sage ich das. Ich möchte abends noch in den Spiegel schauen können.“ Gerade in Zeiten wachsender Politikverdrossenheit seien Glaubwürdigkeit und Transparenz entscheidend.
Baumann zeigte sich erfreut über das große Interesse und die differenzierten Fragen der Schülerinnen und Schüler. „Ihr lebt hoffentlich länger als wir Erwachsene. Deshalb gehört euch die Zukunft unseres Landes, und deshalb müssen wir jungen Menschen viel stärker zuhören und sie an politischen Entscheidungen beteiligen“, sagte er.
Zum Abschluss bedankte sich Baumann bei Lehrerin Jana Breiter und der Klasse für die offene Diskussion. „Solche Gespräche sind wichtig. Demokratie lebt vom Dialog und davon, dass wir miteinander ins Gespräch kommen, Fragen stellen und unterschiedliche Meinungen respektvoll austauschen.“