Feuerwehr Schwetzingen: Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Dr. Andre Baumann, und Grüne Stadträtinnen und Stadträte informieren sich bei der über Waldbrandgefahr, Krisenvorsorge und die Zukunft der Feuerwehr
Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit stellen auch die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig hat der jüngste Stromausfall in der Region gezeigt, wie wichtig eine belastbare Infrastruktur und eine gut vorbereitete Gefahrenabwehr sind. Bei einem Besuch der Freiwilligen Feuerwehr Schwetzingen informierten sich der Landtagsabgeordnete der Grünen, Dr. Andre Baumann, sowie Dr. Susanne Hierschbiel, Dr. Michael Rittmann und Cindy Baumann von der Grünen Stadtratsfraktion bei Kommandant Lars Oehring über aktuelle Themen, Krisenvorsorge und die Ausstattung der Feuerwehr.
„Der Stromausfall hat deutlich gemacht, wie wichtig widerstandsfähige Netze sind“, erläuterte Oehring. Nach Angaben des Netzbetreibers war eine Überlastung eines Erdkabels ursächlich. „Wenn der Energieverbrauch steigt, dann müssen auch die Netze ausgebaut werden“, so Oehring. „Wenn wir unsere Energieversorgung zunehmend elektrifizieren, müssen wir gleichzeitig in leistungsfähige Stromnetze investieren. Versorgungssicherheit gehört auch allgemein zu einer widerstandsfähigen Infrastruktur“, betonte Dr. Andre Baumann.
Während des Stromausfalls Ende Juni wurden in der Nacht von der Feuerwehr drei Bürgeranlaufstellen eingerichtet, eine davon an der Feuerwache. Da aber gleichzeitig die Einsatzbereitschaft aufrechterhalten werden müsse, arbeite die Stadt daran, die kommunale Gefahrenabwehr weiterzuentwickeln und künftig unter anderem feste Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger vorzusehen, sagte Oehring.
Die Feuerwehr muss sich also längst nicht mehr nur auf klassische Brandeinsätze vorbereiten. Im Gespräch ging es neben Stromausfällen auch um Extremwetterlagen, Starkregen, Waldbrände und den Schutz kritischer Infrastruktur. Hinzu kommen neue Bedrohungen wie Cyberangriffe oder andere hybride Gefahrenlagen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass Krisen heute sehr unterschiedliche Ursachen haben können“, erklärte Oehring. Eine Feuerwache müsse deshalb auch in einer größeren Krise möglichst lange eigenständig handlungsfähig bleiben.
Der Klimawandel sorgt für neue Herausforderungen
Ein weiteres Schwerpunktthema des Besuchs war die zunehmende Wald- und Vegetationsbrandgefahr. Die große Trockenheit und die hohen Temperaturen erhöhen das Risiko von Bränden in Wald und Feld. Die Feuerwehr Schwetzingen hat ihre Ausstattung darauf angepasst und verfügt über spezielle Schutzkleidung, Waldbrandhelme, Löschrucksäcke sowie Fahrzeuge mit zusätzlicher Wasserkapazität. Bei hoher Waldbrandgefahr wird außerdem die Einsatzplanung angepasst. „Die Feuerwehr hat sich auf diese Entwicklung bereits sehr gut eingestellt“, sagte Andre Baumann. „Gerade angesichts des Klimawandels ist es wichtig, dass Kommunen ihre Feuerwehren für neue Einsatzlagen ausstatten.“
Dr. Susanne Hierschbiel zeigte sich beeindruckt von der Vorbereitung: „Unsere Feuerwehrleute müssen mit extrem belastenden Situationen klarkommen – körperlich wie psychisch. Ich finde es bemerkenswert, wie detailliert hier für unterschiedlichste Szenarien trainiert wird.“
Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle. Die Feuerwehr verfügt unter anderem über GPS-gestützte Fahrzeugortung, Einsatz-Tablets und geografische Informationssysteme. Einsatzkräfte können damit bereits während der Anfahrt Informationen über Gebäude, Hydranten, Verkehrswege oder Waldgebiete abrufen. Gleichzeitig müsse die Feuerwehr ihre Systeme so aufstellen, dass sie auch bei technischen Ausfällen handlungsfähig bleibe, erläuterte Oehring.
Besondere Bedeutung hat das ehrenamtliche Engagement. Rund 60 Frauen und Männer sind bei der Feuerwehr Schwetzingen aktiv, hinzu kommen 27 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Die Einsatzkräfte übernehmen neben der Brandbekämpfung auch weitere Aufgaben und unterstützen etwa den Rettungsdienst bei Reanimationen.
Ehrenamtliches Engagement nicht als selbstverständlich ansehen
„Diese Menschen leisten einen enormen Beitrag für unsere Stadt“, betonte Cindy Baumann. „Ehrenamtliches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit. Gute Ausstattung und verlässliche Rahmenbedingungen sind deshalb ebenso wichtig wie Anerkennung.“ Oehring machte zugleich deutlich, dass das Ehrenamt nicht beliebig belastbar sei. Die Feuerwehr arbeite auf einem sehr hohen professionellen Niveau, obwohl alle Einsatzkräfte ehrenamtlich tätig seien. Langfristig müsse deshalb auch die personelle Zukunft der Feuerwehr im Blick behalten werden.
Dr. Michael Rittmann sieht dabei auch die Politik in der Verantwortung: „Ein zentraler Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge ist eine leistungsfähige Feuerwehr. Wir müssen sicherstellen, dass sie auch bei zunehmenden Extremwetterlagen und anderen Krisen über die notwendige Ausstattung und Infrastruktur verfügt.“
Besprochen wurde außerdem die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren in Brühl, Ketsch, Oftersheim und Plankstadt. Gemeinsame Alarmierungsstrukturen sorgen dafür, dass bei bestimmten Einsatzlagen schnell zusätzliche Kräfte zur Verfügung stehen.
Für die Grünen zeigte der Besuch, wie eng aktuelle gesellschaftliche Themen wie Klimaanpassung und Krisenvorsorge mit der Feuerwehr verbunden sind. „Die Feuerwehr Schwetzingen leistet hervorragende Arbeit und ist auf viele Herausforderungen bereits sehr gut vorbereitet“, fasste Andre Baumann zusammen. „Jetzt kommt es darauf an, diese Strukturen dauerhaft zu sichern und dort weiter zu investieren, wo neue Risiken entstehen.“