Gazmend Syla (l.), Dr. Andre Baumann (m.) und Gazmend Wiedmaier (r.) im Austausch über Pflegemöglichkeiten.

„Die Pflege steht vor großen Herausforderungen, und wir müssen neue Wege gehen“, stellte Dr. Andre Baumann bei seinem Besuch des Pflegedienstes Dora am Standort Hockenheim fest. Der Landtagsabgeordnete der Grünen informierte sich vor Ort über moderne Wohn- und Pflegeformen sowie über die Situation der ambulanten Pflege in der Region.

Im Austausch mit den Geschäftsführern Gazmend Wiedmaier und Gazmend Syla ging es um ambulant betreute Wohngemeinschaften, Tagespflege und weiterentwickelte Formen des betreuten Wohnens. Der Pflegedienst Dora mit Sitz in Reilingen ist seit 2018 in der Region aktiv und zählt zu den Anbietern solcher Konzepte.

Gazmend Syla (l.), Dr. Andre Baumann (m.) und Gazmend Wiedmaier (r.) treffen sich vor dem Gebäude des Pflegedienstes in Hockenheim.

Am Standort Hockenheim betreibt Dora betreutes Wohnen, sowie Tagespflegeangebote. Acht Mitarbeitende betreuen in der Tagespflege vor Ort Menschen mit Pflegegrad 2 bis 4; je nach individuellem Bedarf sind es zwischen 14 und 18 Personen, häufig auch zur Entlastung pflegender Angehöriger. „Wir setzen mit unserem Konzept auf eine enge Verzahnung von Pflege, Beratung und Betreuung sowie die frühzeitige Einbindung der Angehörigen“, berichtete Syla.

Baumann zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Angebote: „Hier wird deutlich, wie unterschiedlich Pflege aussehen kann. Manche Menschen benötigen nur Unterstützung im Alltag, andere eine intensive Begleitung. Unsere Wohn- und Pflegeangebote müssen darauf flexibel reagieren.“ Syla betonte, dass die enge Zusammenarbeit mit Hausärztinnen und Hausärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten in der Region entscheidend sei, um die Selbstständigkeit und Lebensqualität der zu pflegenden bzw. betreuenden Menschen möglichst lange zu erhalten. So können diese auch bei höheren Pflegegraden in der eigenen Wohnung oder in einer Wohngemeinschaft begleitet werden. Betreutes Wohnen und Ambulant betreute Wohngemeinschaften bieten dabei Unterstützung und Betreuung, ohne die Eigenständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner einzuschränken.

„Wichtig ist bei einem solchen Projekt, ein gutes Team von Pflegekräften zu haben. Durch kleine Teams, überschaubare Strukturen und verlässliche Arbeitszeiten können wir eine hohe Zufriedenheit bei unseren Mitarbeitenden feststellen“, erklärte Wiedmaier. Baumann freute sich: „Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen.“ Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel sei es wichtig, Arbeitsmodelle zu stärken, die Pflegekräfte entlasten und langfristig binden.

Baumann betonte, dass diese unterschiedlichen Wohn- und Pflegeformen weiterhin politische Unterstützung verdienen. „Damit Menschen dort leben können, wo sie sich wohlfühlen, müssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen passen“, erklärte der Abgeordnete. Vor diesem Hintergrund zog Baumann zum Abschluss ein klares Fazit: „Diese Angebote schaffen neue Möglichkeiten zwischen Pflege zu Hause und Pflegeheim. Sie entlasten Angehörige, stärken die Selbstbestimmung und sind ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Pflege in Baden-Württemberg.“