Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zum gemeinsamen Grünen Neujahrsempfang 2026 von Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Schwetzingen, dem Grünen Ortsverband Hockenheim und dem Grünen Kreisverband Kurpfalz-Hardt. In Hockenheim kamen Mitglieder, Unterstützerinnen und Interessierte zusammen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und aktuelle politische Entwicklungen zu diskutieren. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Impulsvortrag des baden-württembergischen Finanzministers Dr. Danyal Bayaz zum Thema: „Was können wir vom Staat erwarten?“
Eröffnet wurde der Abend von KV-Vorstandsmitglied Patrick Alberti. Alberti begrüßte die Gäste und dankte den Ortsverbänden, Gemeinderätinnen und Unterstützerinnen für ihren Einsatz im vergangenen Jahr und betonte mit Blick auf die Landtagswahl am 8. März: „Die drängenden Fragen unserer Zeit – Ökologie, Soziales und Wirtschaft – lassen sich nur gemeinsam beantworten. Dafür stehen wir Grünen.“ Björn Köllner, Vorsitzender des Grünen Ortsverbands Hockenheim, hob die Bedeutung des persönlichen Austauschs gerade in politisch herausfordernden Zeiten hervor. Anschließend stellte Yannik Veits, Landtagskandidat für den Wahlkreis Wiesloch, sich und seine Themenschwerpunkte für die Wahl vor.
Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneter und Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium, stellte die besondere Rolle der Finanzpolitik für die Gestaltung gesellschaftlicher Zukunftsfragen heraus. Finanzpolitik sei weit mehr als das Verwalten von Zahlen, betonte Baumann: „Finanzpolitik ist in Zahlen gegossene Politik.“ Je nachdem, wie öffentliche Mittel eingesetzt würden, könne Politik gezielt Klimaschutz stärken, Bildung gerechter machen oder die Handlungsfähigkeit des Staates in Krisenzeiten sichern. Baden-Württemberg sei in den vergangenen Jahren, auch dank einer verantwortungsvollen Finanzpolitik, vergleichsweise gut durch zahlreiche Krisen gekommen. Dass dabei nicht alle Wünsche einzelner Ressorts erfüllt werden könnten, gehöre zum politischen Prozess und sei Ausdruck solider Haushaltsführung.
Baumann dankte Finanzminister Danyal Bayaz ausdrücklich für die Unterstützung der Kommunen. Durch vorausschauend aufgebaute Rücklagen habe das Land zuletzt ein umfangreiches Hilfspaket für Städte und Gemeinden schnüren können. „Diese Mittel lagen nicht ungenutzt herum, sondern wurden genau dann eingesetzt, als sie gebraucht wurden“, so Baumann. Das zeige eine Politik der Vorsorge und Verantwortung. Zugleich warnte er vor unseriösen Wahlversprechen: Ehrliche Politik bedeute, vor der Wahl nichts zu versprechen, was nach der Wahl nicht finanzierbar sei. „Wir sagen offen, was möglich ist – und auch, wo Grenzen liegen. Genau das erwarten die Menschen von einer verlässlichen, demokratischen Politik.“
Höhepunkt des Abends war der Impulsvortrag von Finanzminister Dr. Danyal Bayaz, der offen über die tiefgreifenden Veränderungen sprach, vor denen Baden-Württemberg und Deutschland stehen. Das frühere wirtschaftliche Erfolgsmodell aus billiger Energie, stabilen Exportmärkten und sicherheitspolitischer Stabilität trage nicht mehr. „Der globale Wohlstand wird gerade neu vermessen, und wir müssen uns neu erfinden, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen“, so Bayaz. Politik müsse deshalb ehrlich benennen, was der Staat leisten könne und wo Grenzen lägen.
Besonders betonte Bayaz den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Sondervermögen seien Schulden, die in echten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger verwandelt werden müssten. Baden-Württemberg setze bewusst auf zusätzliche Investitionen und stärke dabei vor allem die Kommunen: Rund zwei Drittel der Mittel würden pauschal weitergegeben, das ist mehr als in jedem anderen Bundesland. Dies verschaffe Städten und Gemeinden dringend benötigte Luft, ersetze jedoch keine notwendigen Strukturreformen.
Auch die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Landes spielte in dem Vortrag eine zentrale Rolle. Baden-Württemberg sei eine der innovationsstärksten Regionen Europas, mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts international führend. „Forschung und Innovation sind der beste Gradmesser für unsere Zukunft“, erklärte Bayaz. Investitionen in Infrastruktur, Hochschulen, Klimaschutz und neue Technologien seien deshalb zentrale Voraussetzungen für Wohlstand, soziale Sicherheit und demokratische Stabilität.
Abschließend warb Bayaz für mehr Mut zu Vereinfachung und Tempo. Bürokratieabbau bedeute nicht den Abbau des Rechtsstaats, sondern Vertrauen, klare Prioritäten und pragmatische Entscheidungen. Trotz aller Herausforderungen zeigte er sich zuversichtlich: Baden-Württemberg verfüge über starke Institutionen, innovative Unternehmen und eine engagierte Zivilgesellschaft. „Wir haben alles, was wir brauchen. Jetzt müssen wir es auch entschlossen nutzen.“
In der anschließenden Diskussion nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum Austausch mit den anwesenden Abgeordneten und Kandidierenden. Der Abend klang bei einem gemeinsamen Imbiss und weiteren Gesprächen aus.