Ilse Müller (r.) zeigt Dr. Andre Baumann ihr Atelier im landeseigenen Insultheimer Hof

In einem historischen Barockgebäude des landeseigenen Insultheimer Hofs hat die Künstlerin Ilse Müller ihr Atelier eingerichtet. Am 30. Dezember 2025 besuchte Dr. Andre Baumann, Grüner Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Schwetzingen, die Hockenheimer Künstlerin in ihrem Refugium. Begleitet wurde er von Christian Kramberg, dem Vorsitzenden des Kunstvereins Hockenheim, und von Elke Dörflinger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Hockenheimer Gemeinderat. Gemeinsam tauchten sie ein in die besondere Atmosphäre von Müllers Atelier, wo sich Stille, Natur und kreatives Schaffen auf einzigartige Weise verbinden.

Schon beim Eintreten zeigte sich Baumann beeindruckt von der Symbiose aus Kunst und Umgebung. „Hier kommt zusammen, was zusammengehört: Kunst und Natur ergänzen sich in diesem Atelier perfekt“, betonte Baumann begeistert. „Man spürt die Ruhe dieses Ortes und wie sie die Kreativität beflügelt.“ Als Biologe und Vogelkundler fühlte er sich besonders von den zahlreichen Tiermotiven, vor allem den Vogelabbildungen, in Müllers Arbeiten angesprochen. „Ihre Werke strahlen eine tiefe Naturverbundenheit aus“, sagte Baumann im Gespräch. Tatsächlich integriert Ilse Müller häufig Tiere, insbesondere Vögel, in ihre Gemälde und Zeichnungen.“. Müllers Arbeiten entstehen auf Holz oder Metall und kombinieren Malerei mit Zeichnung, wobei sie auch ungewöhnliche Materialien wie Verbundsicherheitsglas (VSG) und Spiegel verwendet. Für Ilse Müller ist es eine bewusste Herausforderung, verschiedene Werkstoffe künstlerisch zu verarbeiten und deren ästhetisches Potenzial auszuloten.

Im Zentrum von Müllers Kunst steht das Verhältnis des Menschen zur Natur. „Die Natur in ihrer Schönheit, Verletzlichkeit und Zerstörung inspiriert mich zutiefst und ist daher aktuell mein Überthema“, erklärte die Künstlerin. „Mit meinen Werken möchte ich die Betrachter dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, diese Natur zu bewahren.“ Dabei thematisieren Müllers Gemälde und Objekte Vergänglichkeit und Bedrohtsein der natürlichen Welt, aber ebenso deren allgegenwärtige Schönheit. Ihre künstlerische Haltung ist geprägt von Naturbeobachtung, Sensibilität und Nachhaltigkeitsbewusstsein. „Ilse Müller zeigt eindrucksvoll, wie aus Naturbeobachtung großartige Kunst erwachsen kann. Ihr Atelier ist ein gelungenes Beispiel kreativer Nachbarschaft, eingebettet in eine von Natur umgebene, inspirierende Umgebung“, so Christian Kramberg.

Die Besuchenden zeigten sich auch von Müllers Werdegang und Erfahrungen beeindruckt. Ilse Müller studierte in den späten 1970er Jahren Malerei an der Abendakademie Mannheim. Danach brachte sie ihr Können in mehrere Kunst-am-Bau-Projekte ein. Seit 1991 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und nahm seither an zahlreichen Ausstellungen in der Region teil. Ihr Schaffen wurde im Laufe der Jahre vielfach durch Preise und Auszeichnungen gewürdigt. Kramberg hob die große Bedeutung Müllers für die lokale Kunstszene hervor. „Wir sind stolz, eine Künstlerin wie Frau Müller in Hockenheim zu haben. Sie bereichert mit ihrer Kunst unsere Stadt und inspiriert auch andere Künstler. Nicht zuletzt ist der Insultheimer Hof durch sie zu einem kleinen kreativen Zentrum geworden“, sagte der Kunstvereinschef in Anspielung auf die Tatsache, dass Müllers Atelier bereits andere Kunstschaffende angezogen hat. So fand die jüngere Künstlerin Kristin Brümmer dank Müller den Weg in den Insultheimer Hof, wo sie mittlerweile ein eigenes Atelier betreibt.

Auch Elke Dörflinger zeigte sich beeindruckt von der Begegnung und den gezeigten Werken. Ihr liegt das Thema Nachhaltigkeit besonders am Herzen. „Frau Müllers Kunst führt uns eindrucksvoll vor Augen, warum es sich lohnt, unsere Natur zu schützen“, erklärte Dörflinger nach dem Atelier-Rundgang. „Die Kombination aus künstlerischer Ausdruckskraft und umweltbewusstem Denken, die hier spürbar wird, ist ein Gewinn für Hockenheim und weit darüber hinaus.“

Zum Abschluss des Besuchs bedankte sich Dr. Andre Baumann herzlich bei Ilse Müller für die Einblicke in ihr Schaffen. „Dieser Atelierbesuch hat gezeigt, dass wir beim Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der kulturellen Vielfalt zwei Seiten einer Medaille sind“, resümierte Baumann.