Die Schwetzinger Spargelhoheiten Emilia I. und Marlen I. besuchten den Landtag in Stuttgart.
Seit Jahren laden die Landtagsabgeordneten Dr. Andre Baumann (Grüne) und Andreas Sturm (CDU) die Schwetzinger Spargelkönigin in den Landtag von Baden-Württemberg ein. So auch in diesem Jahr. Und diesmal gab es doppelten royalen Besuch zu Ehren des traditionsreichen „weißen Golds“ der Kurpfalz. Denn die langjährige Spargelkönigin Emilia I. wurde diesmal von der frisch gekrönten Spargelprinzessin Marlen I. begleitet. Und auch dieses Mal zogen sie mit ihren opulenten Kleidern die Blicke auf sich. Selbst Landtagspräsident Thomas Strobl ließ es sich nicht nehmen, ein gemeinsames Erinnerungsfoto aufzunehmen.
Direkt im Anschluss an die Aussprache zur Regierungserklärung überreichten die Spargelhoheiten Regierungschef Özdemir einen Spargelkorb. Für die CDU nahm die Ministerin des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Marion Gentges einen weiteren Spargelkorb entgegen. Im Anschluss nahmen sich Ministerin und Ministerpräsident viel Zeit, um sich mit den beiden Expertinnen über das königliche Gemüse auszutauschen.




Für Emilia I. ist der Besuch im Landtag nicht der erste: Schon als Spargelprinzessin hatte sie gemeinsam mit der damaligen Spargelkönigin Anna I. den Landtag besucht. Anschließend folgten drei Besuche als amtierende Spargelkönigin. „Es ist immer wieder etwas Besonderes, nach Stuttgart zu kommen und unsere Region vertreten zu dürfen“, sagte Emilia I. „Trotzdem gab es dieses Mal noch viele neue Eindrücke für mich.“ Auch Marlen I. zeigte sich begeistert vom Empfang im Landtag: „Alle, mit denen wir gesprochen haben, waren freundlich, interessiert und haben sich Zeit für uns und unsere Themen genommen. Der Besuch war sehr spannend und wir haben uns überall herzlich willkommen gefühlt.“
Emilia I. stammt von einem ehemaligen Spargelhof, Marlen I. vom Spargelhof Schäufele. Während Emilia I. derzeit Literaturwissenschaft in Konstanz studiert und ihre letzte Amtszeit als Spargelkönigin erlebt, wird Marlen I. im kommenden Jahr die Regentschaft übernehmen und selbst Schwetzinger Spargelkönigin werden.
Bei den Gesprächen am Rande des Besuchs ging es auch um die Zukunft des Spargelanbaus in Schwetzingen. Marlen I. sprach dabei offen über die schwierige Situation der Betriebe: „Es gibt nur noch drei Spargelhöfe in Schwetzingen, das ist schon sehr traurig.“ Neben dem Spargelhöfen Schäufele und Schuhmacher im Forst und dem Spargelhof Renkert im Allmendsand gibt es keine weiteren Spargelbauern mehr in Schwetzingen. Steigende Kosten, unsichere Erträge und der Preisdruck durch günstigen Import-Spargel machten den heimischen Spargelanbau zunehmend riskant. Hinzu komme, dass in Schwetzingen bewusst ohne Folienanbau gearbeitet werde.
Baumann betonte die besondere Bedeutung des Spargels für die Region: „Der Spargel gehört zur Identität Schwetzingens und der gesamten Kurpfalz. Unsere sandigen Böden bieten ideale Voraussetzungen für hochwertigen Spargelanbau. Gleichzeitig ist es ein wichtiges Signal, dass in Schwetzingen weiterhin ohne Folie angebaut wird. Regionaler Spargel steht für Qualität, Nachhaltigkeit und Heimatverbundenheit“, so der Landtagsabgeordnete.
Das sieht auch Andreas Sturm so: „Wir wünschen uns sehr, dass der Spargel Schwetzingen erhalten bleibt. Der Spargel prägt unsere Region kulturell, landschaftlich und wirtschaftlich seit Generationen. Deshalb gilt mehr denn je: lokal kaufen und unsere Landwirte vor Ort unterstützen. Wer heimischen Spargel kauft, stärkt die Zukunft unserer Höfe.“
Zum Abschluss des Besuchs erhielten Emilia I. und Marlen I. weitere besondere Einblicke hinter die Kulissen des Landtags. Auf dem Programm standen ein Besuch der Dachterrasse des Hauses der Abgeordneten mit Blick über die Dächer Stuttgarts sowie eine Führung durch das Medienzentrum des Landtags – Bereiche, die selbst Emilia I. bei ihren vorherigen Besuchen noch nicht kennengelernt hatte.