Dr. Andre Baumann hat seinen Parteikollegen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir in seinen Bemühungen, die Abschaffung der Agrardieselbeihilfe und der Kfz-Steuerbefreiung für die Land- und Forstwirtschaft zu verhindern, unterstützt. Nun haben diese Bemühungen Früchte getragen.

Dr. Andre Baumann begrüßt, dass die Bundesregierung die geplanten Kürzungen für Bauern teilweise zurücknimmt

„Ich freue mich sehr, dass die Ampelkoalition im Bund nun beschlossen hat, die geplanten Kürzungen für die Landwirte größtenteils zurückzunehmen“, sagt der Landtagsabgeordnete der Grünen Dr. Andre Baumann. Die Kfz-Steuerbefreiung für Landwirte soll nun doch nicht abgeschafft werden. Die Abschaffung der Steuerbegünstigung beim Agrardiesel soll zudem erst bis 2026 vollständig erfolgen, im laufenden Jahr soll sie zunächst um 40 Prozent gekürzt werden. Das hat der Sprecher der Bundesregierung Steffen Hebestreit am Donnerstagnachmittag mitgeteilt.

„Das ist eine gute Nachricht für die Landwirte“, sagt Baumann. „Der Einsatz der grünen Landtagsfraktion hat sich gelohnt, dass es am Ende in Berlin zu einer Lösung kam.“ Durch die nun beschlossenen Änderungen zur Vereinbarung vom 15. Dezember 2023 zur Aufstellung des Bundeshaushalts 2024 erhielten kleine bäuerliche Betriebe Planungssicherheit. „Es ist gut, dass sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir im Bund durchgesetzt haben.“ Zuvor hatte die Grünen-Fraktion im baden-württembergischen Landtag Cem Özdemir unterstützt, der die geplante Abschaffung der Beihilfen für Landwirte im Bundeshaushalt bereits im Dezember kritisiert hatte.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied hält die Nachbesserungen der Bundesregierung bei den geplanten Kürzungen beim Agrardiesel und bei der Kfz-Steuer für unzureichend. „Dies kann nur ein erster Schritt sein“, wird er auf der Internetseite des Verbandes zitiert. „Unsere Position bleibt unverändert: Beide Kürzungsvorschläge müssen vom Tisch. Es geht hier ganz klar auch um die Zukunftsfähigkeit unserer Branche und um die Frage, ob heimische Lebensmittelerzeugung überhaupt noch gewünscht ist. An unserer Aktionswoche halten wir daher weiter fest.“ Zu demonstrieren sei das gute Recht der Landwirte in einer Demokratie, kommentiert Andre Baumann. „Unbedingt verhindert werden muss aber, dass die Demonstrationen von rechtsextremen Gruppierungen gekapert und für die Verbreitung ihrer demokratiefeindlichen Ideen und Umsturzfantasien genutzt werden. Daher bin ich froh, dass der Deutsche Bauernverband sich bereits zuvor deutlich von angekündigten Aktionen solcher Gruppen distanziert hat.“

Ebenfalls unbedingt verhindert werden müsse außerdem, dass durch Straßenblockaden bei den Demonstrationen Menschenleben gefährdet werden. Rettungswege für Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei müssten unter allen Umständen freigehalten werden.

Dr. Andre Baumann (links) und Parteikollege Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir.

„Unsere Industrie und Wirtschaft müssen fit für die Zukunft gemacht werden. Es geht um zehntausende Jobs“, erklärt der Wahlkreis-Abgeordnete weiter. „Die dringend notwendigen Zukunftsinvestitionen auf Kosten der Landwirte auszutragen, wäre allerdings ein großer Fehler gewesen. Eine komplette Streichung der Beihilfen für die Bauern hätte gerade im Südwesten und speziell auch in der Kurpfalz viele Betriebe in eine existenzbedrohende Situation gebracht. Sie hätte unsere Bemühungen um eine ökologische und an Natur- und Klimaschutz ausgerichtete Land- und Forstwirtschaft zunichtegemacht.“

Es gehe schließlich auch um die Zukunft der Landwirtschaft, so Baumann weiter. „Viele Landwirte stehen mit dem Rücken an der Stallwand: Die Erzeugerpreise stagnieren oder fallen, dafür steigen die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft.“ Die Anforderungen zum Tier-, Natur- und Grundwasserschutz müssten Landwirte zurecht erfüllen, aber der Markt und die EU-Agrarförderprogramme honorierten das nicht ausreichend.

Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg sind bundesweit Schlusslicht beim Betriebseinkommen, aber meist sehr engagiert im Naturschutz. Viele Betriebe kämpfen um die Wirtschaftlichkeit der Produktion, um Nachfolge und um Akzeptanz. „Gerade Landwirte, die biologisch produzieren und auf Pestizide verzichten, müssen öfter mechanisch Unkraut bekämpfen“, sagt Baumann. „Weder zieht der moderne Bauer mit der Hacke aufs Feld, noch spannt er den Ochsen an, sondern er erledigt die ökologische Unkrautbekämpfung mit dem Schlepper, und der fährt nun mal mit Diesel.“ Es gebe aufgrund der notwendigen Zugkraft von Traktoren zurzeit keine vergleichbaren Elektroalternativen. Ähnlich verhalte es sich für andere Antriebsformen. „Und gerade in der Kurpfalz bauen viele Landwirte Sonderkulturen an, die besonders arbeitsintensiv sind. Deshalb wäre ein sofortiger Wegfall der Agrardieselbeihilfe und der Kfz-Steuerbefreiung für unsere Landwirte besonders schlimm gewesen.“

Baumann weiter: „Wir möchten in Baden-Württemberg die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe auf ihrem Weg hin zu mehr Klimaschutz und Naturschutz unterstützen und stehen an ihrer Seite. Der Strategiedialog Landwirtschaft der baden-württembergischen Landesregierung unterstreicht und fördert diese Bemühungen.“